Wie fühlt sich Rheuma an?

Das wollte Marc Philipp Bammer, Lehrer an der Krankenpflegeschule Salzburg, den angehenden Pflegekräften vermitteln. Da an seiner Schule sehr viel Wert an einem achtungsvollen und einfühlsamen Umgang mit Betroffenen von unterschiedlichsten Krankheitsbildern gelegt wird, ersuchte er über die Website www.schmerz-allianz.at  um den Besuch einer einschlägigen Selbsthilfegruppe im Unterricht.

Frau Gertraud Schaffer, Leiterin der Österreichischen Rheumaliga, griff diesen Wunsch sofort auf und besuchte, gemeinsam mit Frau Ingrid Wagner, Leiterin der Selbsthilfegruppe Salzburg-Stadt, am 26. Jänner die Krankenpflegeschule, mit dem Ziel, so Schaffer, „der nächsten Generation von Pflegepersonen einen besonders guten Einblick in die Krankheitsbilder zu verschaffen“.

Hier der Bericht von Frau Ingrid Wagner: „Die 24 Auszubildenden, junge Damen und Herren, hatten bereits im Vorfeld in mehreren Stunden viel Wissenswertes über Rheuma erfahren. Nach der Vorstellungsrunde sprach Frau Schaffer über ihre eigene Erkrankung, deren Umgang im täglichen Leben, ihre langjährigen Erfahrungen mit diversen Medikamenten, Behandlungsmöglichkeiten und auch darüber, wie sie zur Selbsthilfe und zur Österreichischen Rheumaliga gekommen ist. Ebenso sprach sie über die Aufgaben und Angebote des Vereins.

Ich stellte ebenfalls kurz meine Erkrankung vor und erzählte von der Suche nach einem erfahrenen Arzt, der sich für seine PatientInnen Zeit nimmt, von der Arbeit in der Selbsthilfegruppe und unserem gemeinsamen Bestreben, für die Erkrankung sowohl bei der eigenen Familie als auch im Umfeld von Beruf und Freizeit Verständnis zu bekommen.

Besprochen wurde auch, dass es sich bei Rheuma um ein großes Krankheitsbild handelt, welches an die 400 Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis umfasst. Dass auch Kinder erkranken können und dass alle inneren Organe sowie die Augen betroffen sein können, nicht nur Gelenke, Sehnen und Muskelbereiche wurde ebenfalls erklärt.

Als kleine Demonstration, wie sich Hände anfühlen können, wenn sie steif sind und schmerzen, ließ Frau Schaffer den Zuhörern die „Rheuma-Handschuhe“ anziehen, was auch von allen Schülern sowie dem Lehrer ausprobiert wurde. So konnten sie erleben und nachfühlen, wie mühsam es sein kann, eine Flasche zu öffnen, oder einen Knopf zuzumachen.

Es wurden dann viele Fragen der Zuhörer/innen beantwortet, die meisten betrafen die Verabreichung von Medikamenten, Behandlungsformen und die Lebensweise von Betroffenen. Die mitgebrachten Infomaterialien fanden ebenfalls bei den jungen Leuten großes Interesse und wurden dankend entgegengenommen.

Wir bedankten uns für diese schöne und wertvolle Gelegenheit, dem Pflege-Nachwuchs unsere Geschichte mit der Erkrankung, den Sorgen und den Wünschen von Seiten der PatientInnen mit Rheuma und chronischen Schmerzen ans Herz legen zu dürfen“.

Zur Nachahmung empfohlen.

 

 

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