Keine Angst vor Opiaten

Die letzten Horrormeldungen aus den USA, wonach 70.000 Menschen jährlich nach der Einnahme von Opioiden sterben, haben zu einer massiven Verunsicherung unter den hiesigen SchmerzpatientInnen geführt.

Schmerzspezialist Rudolf Likar, der in Klagenfurt ein multimodales Zentrum für Schmerzmedizin betreibt, sieht für Österreich keine Gefahr. Anders als hierzulande werden Opiate in den USA, so Likar, sogar bei Kopfschmerzen verordnet, wo das Schmerzmittel nachweislich nicht hilft. Zudem wurden Patienten in den USA vor allem deshalb süchtig, weil sie die Tabletten zerstampft bzw. aufgelöst und gespritzt hätten. In Österreich wird hingegen sehr genau geprüft, bei welchen  Schmerzen Opiate eingesetzt bzw. verordnet werden.

Für Susanne Fiala, Leiterin der Selbsthilfegruppe Schmerz, die sich nahezu  täglich mit Anrufen verunsicherter Patienten auseinandersetzen muss, steht jedenfalls fest, dass Opiate „bei richtiger Anwendung und entsprechender Diagnose ein sicheres und gut wirkendes Schmerzmittel“ sind, bei dem Nebenwirkungen meist nur am Anfang auftreten. Obwohl zahlreiche Erhebungen ergeben haben, dass Schmerzpatienten bei richtigem Einsatz von Opiaten in der Regel nicht süchtig werden, ist es in Österreich oft so, dass Opiate, sei es aus Unwissenheit und/oder wegen zu viel bürokratischem Aufwand – so vermutet Fiala-  nicht verschrieben werden. Verschreibungen für Opiate müssen nämlich in Österreich nummeriert und mit einer „Plakette“ („Suchtgift-Pickerl“)  versehen werden. Diese „Pickerl“ muss der Arzt gegen Bestätigung abholen und in einem Safe verwahren, sowie über jedes verwendete „Pickerl“ genau Buch führen.

Für die Leiterin der SHG Schmerz steht fest, dass es für Schmerzpatienten keine Alternativen gibt, da alle anderen Schmerzmedikamente am Markt zum Teil erhebliche Nebenwirkungen haben und bei längerer Einnahme für Patienten mit Vorerkrankungen bzw. Herzproblemen ausgesprochen schädlich sind. Opiate sind dagegen lang erprobt, kaum organschädigend und daher gerade im Langzeitgebrauch nicht zu ersetzen.

Was bei der Diskussion über die Opiod-Krise allerdings nicht herauskommt: Opiate gehören in die Hand eines erfahrenen Schmerzmediziners. Es gibt aber in Österreich kaum Ärzte, die mit deren Verschreibung vertraut sind. Oder, schlimmer noch, die sich gar nicht erst mit dem Einsatz von Opiaten bei der Behandlung von chronischen Schmerzen vertraut machen möchten.

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